Für alle Schülerinnen und Schüler
der 10. Jahrgangsstufe findet in jedem Schuljahr im Rahmen des Religionsunterrichts
beider Konfessionen ein knapp zweiwöchiges Sozialpraktikum (acht
Werktage) statt.
Dieses Projekt COMPASSION bedeutet,
dass nicht im geschützten Schonraum der Schule über Mitleid
diskutiert wird, sondern dass die Jugendlichen "hinausgehen an die
Lernorte des Leidens" zu den "Geringsten seiner Brüder".
Mit anderen Worten: Sinn des Praktikums ist, dass die Jugendlichen
einmal über einen längeren Zeitraum Kontakt mit kranken,
alten oder behinderten Menschen haben, die Art und Weise der Pflege
mitverfolgen dürfen und dabei helfen können. Dadurch werden
Berührungsängste abgebaut und es wird die Einsicht gewonnen,
dass Krankheiten, Behinderung, Alter, Leiden usw. als nicht unwesentlicher
Bestandteil des Lebens weder verdrängt noch wegdiskutiert werden
können, sondern in Solidarität mitgetragen werden müssen
(Compassion!).
In einem von Freizeit, Spaßkultur, Computerspielen
und Klischeedenken geprägten Umfeld, in dem oft nur "Coolness"
und das Recht des Stärkeren zählt, kann das COMPASSION-Projekt
vielen Jugendlichen eine andere Wertorientierung vermitteln. Gerade
bei der Nachbesprechung äußern sich die meisten SchülerInnen
sehr betroffen über ihre Erlebnisse in Behinderten- und Altersheimen,
Krankenhäusern oder Obdachlosen-Einrichtungen. Schließlich
finden sich in fast allen Praktikumsberichten Sätze, die auf
beeindruckende Weise zeigen, wie wichtig den Jugendlichen diese neuen
Erfahrungen waren. |