| Schulkirche |
| Die dem hl. Johannes Berchmans geweihte Kapelle bildet
die Mitte des ehemaligen Jesuitenkollegs gleichen Namens, das nach
den Plänen der Architekten G. Guinin und R. Müller in den
Jahren 1924 bis 1926 gebaut worden ist. |
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| Der Innenraum ist ein einfacher Rundbau mit Kuppel und
angegliedertem Altarraum mit Apsis, das stilistisch bestimmende Motiv
der romanische Rundbogen. Zwölf Stützpfeiler bilden ebenso
viele Nischen, auf denen die Kuppel ruht. Dem großen Rundbogen
zum Altarraum entspricht der Bogen zur Empore mit der Orgel, auf den
beiden Seiten ist der Zentralraum durch Säulen, Geländer
und Rundfenster in jeweils fünf Bögen mit Nischen geteilt,
die im Obergeschoss einen durchgängigen Wandelgang bilden, der
unten in vier Seitenkapellen und einen Zugang abgetrennt ist. |
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| Im Blick auf den Altarraum umrahmen zwei optisch gestaffelte
Rundbögen mit Schriftzügen das zentrale Wandgemälde
in der Apsis: |
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Sit
nomen Domini benedictum
(der Name des Herrn sei gepriesen)
und:
Jesus Christus heri et hodie et
in saecula
(Jesus Christus, gestern, heute und in Ewigkeit). |
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Das Fresko hat Oskar Martin-Amorbach 1930 in Anlehnung
an romanische Vorbilder gestaltet, es zeigt Christus als König
und Weltenherrscher in der Mandorla, flankiert von der Jungfrau Maria
und Johannes dem Täufer, darunter die zwölf Apostel. Das
Christkönigsmotiv war zu jener Zeit aktuell. Papst Pius XI.
hat 1925 das gleichnamige Fest mit der Absicht eingeführt, das
wirksamste Mittel gegen die zerstörerischen Kräfte der
Zeit sei die Anerkennung der Königsherrschaft Christi. Von diesen
Zerstörungskräften blieb bei einem Bombenangriff im September
1943 zumindest die Kapelle verschont, das Kolleg wurde schwer beschädigt.
1931 kamen auf den Seitenwänden des Altarraumes noch zwei
Szenen aus der Geschichte des Jesuitenordens hinzu:
das Fresko auf der rechten Seite zeigt den Empfang des hl. Petrus
Canisius mit zwei Gefährten (C. Jajus und A. Salmeron)
durch den Stadtrat von Ingolstadt. Der hl. Petrus Canisius lehrte
und predigte von 1549-1552 in dieser ersten bayerischen Universitätsstadt,
in der auch 1556 ein Jesuitenkolleg errichtet wurde.
Das Fresko auf der linken Seite zeigt die Ankunft des hl. Franz
Xaver in Indien oder Japan. Franz Xaver war der erste Missionar
des Ordens und hat in Indien (1542-45) und Japan (1549-1552) das
Christentum verbreitet. Die beiden Fresken spielen auf die großen
Ziele des Jesuitenordens an: Bildung und Mission. Noch heute leiten
Jesuiten in vielen Ländern Missionsstationen und Universitäten. |
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| Der Altar besteht aus dem Tabernakel und zwölf
Messingreliefs nach Entwürfen des Bildhauers Faulhaber, der nicht
zu verwechseln ist mit dem gleichnamigen Kardinal, der Kapelle und
Kolleg am 31.1.1926 eingeweiht hat. Die Tafeln wurden in der Erzgießerei
von Ferdinand von Miller gefertigt. Sie zeigen in der oberen Reihe
Szenen aus dem Leben Jesu und in den unteren Szenen aus dem Leben des
Kirchenpatrons Johannes Berchmans. Auf der letzten Tafel unten rechts
halten zwei Engel das Modell des Berchmankollegs. |
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| Beurteilung: |
| Die Architektur der Kapelle ist 1924 beim Bayerischen
Landesverein für Heimatschutz auf herbe Kritik gestoßen: "Das
Project läßt leider die künstlerische Gestaltung vermissen." Dem
kann nicht zugestimmt werden. In der Schlichtheit der Architektur entfaltet
der Raum eine gute Wirkung, die Gliederung ist klar und das Grundmotiv
des romanischen Bogens konsequent durchgehalten. Das Licht aus der
Kuppel und den Fenstern betont den Zentralraum, die Lichtverhältnisse
im Altarraum lassen dagegen zu wünschen übrig. Die Pläne
zeigen, dass ursprünglich eine prächtige Ausgestaltung der
ganzen Kuppel und des Gewölbes über dem Altarraum mit Stuck
und Malerei vorgesehen waren. Sie ist aus Kostengründen unterblieben.
Bei der Renovierung der Kapelle hat man den ursprünglichen Korkboden
durch Stein ersetzt, der schon im Altarraum verwendet worden war. Die
farbliche Absetzung der Bögen in der Kuppel ist neu. Ansonsten
wurde die Bausubstanz gesichert und der originale Zustand hergestellt. |
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| Geschichte: |
| 1994 wurden die Schulen in die Trägerschaft der
Erzdiözese München und Freising übernommen, die im Schuljahr
1996/97 die vollkommene Renovierung der Kapelle durchführte. Als
Schulkirche für die über 1000 Kinder und Jugendlichen und
die etwa 150 Mitarbeiter der Tagesheimschulen bildet die Kapelle den
Mittelpunkt für das religiöse und spirituelle Leben der Schule.
Wir stellen es unter den Schutz und die Fürsprache des hl. Johannes
Berchmans, des Patrons der studierenden Jugend, und des sel. Pater
Rupert Mayer, der den Schulen den Namen gab. |
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